TEGAMI - Perspektiven japanischer Künstler


(c) Tadashi Seto


[Deutsch]

Die innere Wahrnehmung unterscheidet sich häufig stark von der Außenwahrnehmung. Dies hat sich auch im März 2011 wieder bewahrheitet. Nach den Ereignissen des 11. März 2011 in Japan wurde viel von der internationalen Presse über die Situation des Landes berichtet. Zwischen reinen Fakten und Annahmen zu unterscheiden war für Außenstehende oft nicht möglich.

Die Ausstellung TEGAMI - Perspektiven japanischer Künstler lässt erstmals japanische Künstler ihre Wahrnehmung und Emotionen während der Monate März und April aus ihrer eigenen Sicht schildern. Die Ergebnisse umfassen das Spektrum der menschlichen Emotionen: Humorvoller Umgang mit der Situation, kritische Sichtweisen auf die Nutzung von Atomkraft, Trauer über einen Verlust, Hoffnung und Dankbarkeit über die weltweite Anteilnahme.

Initiiert wurde die Ausstellung von der in Hamburg lebenden japanischen Künstlerin WATABIKI Nobuko, die sich während des Erdbebens am 11.03.2011 in Japan in Tokyo aufgehalten und viele Gespräche mit betroffenen Freunden und Künstlern vor Ort geführt hat. Der Hamburger Markus ITO hat die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Situation in Japan einerseits durch die Berichterstattung der deutschen Medien und andererseits durch die Schilderung von Freunden in Japan erleben können. Mit diesen verschiedenen Eindrücken haben beide zusammen die Ausstellung TEGAMI - Perspektiven japanischer Künstler konzipiert und umgesetzt.

Anfang April 2011 wurden Künstler in Japan aufgerufen, ihre Emotionen und Gedanken zur aktuellen Situation auf Kunstwerken in der Größe von Postkarten zu verarbeiten und nach Deutschland zu senden. Dies wurde sowohl von den Künstlern selbst, als auch von den japanischen Medien sehr positiv aufgenommen. Die Resonanz auf den Aufruf hat die Erwartungen der Organisatoren übertroffen und zeigt auch, wie wichtig diese Möglichkeit des kreativen "Ventils" für die emotionale Situation der Künstler war.

Der Begriff TEGAMI stammt aus dem Japanischen und bedeutet Brief. Der Name symbolisiert sowohl die Art und Weise, wie die Werke der Künstler nach Deutschland gesendet wurden, als auch den persönlichen und teilweise sehr privaten Charakter der Exponate.

Die Ausstellung umfasst mehr als 300 Werke von über 200 Künstlern aus allen Teilen Japans. Alle Exponate sind exklusiv für die Ausstellung erstellt worden.

WATABIKI Nobuko und Markus ITO

[English]

The project Tegami - Perspectives of Japanese artist [Tegami: Japanese for mail] has been created by Japanese artist WATABIKI Nobuko after the events of 3/11/2011 in Japan and is organized in cooperation with the German Markus ITO.

Starting from the question of what they can do as an artist, she quickly came to the idea to work together with their Japanese counterparts. The aim is to give artists from Japan the opportunity to present directly their experience and feelings in Japan in March and April, unfiltered by a western view. The German public can directly experience so impressions of Japanese artists. The project should be shown for the first time at the Japan Film Festival in Hamburg.

Together with Markus ITO, the concept was expanded to an exhibition shown after the Japan Filmfest Hamburg in other German cities too. Further requests from other countries come in, but the project was primarily launched to start an exchange with the German public. The exhibition will be shown abroad later this year.

Part of the concept for Tegami - Perspektiven japanischer Künstler is to exhibit the work of japanese artists, that was specially made for this exhibition. The only requirement is to be found in the form of the work, not the content. The work hast to be created on a postcard or postcard-size and should be send to Hamburg until middle of May.

The exhibits are very individual, unique and often not what it is expected by the German audience.

WATABIKI Nobuko and Markus ITO